Call me Annika - ein Antiblog

 

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Mein Name ist nicht wirklich Annika, aber ich habe mir mal angewöhnt, das jedem zu erzählen, der mich nach meinem Namen fragt, den ich NICHT näher kennenlernen möchte. Je nachdem, wie lange mein Gegenüber dann noch weiterfragt, lernt er dann eine frei erfundene Persönlichkeit kennen, meistens arbeitet sie irgendwo als Frisörin und ist ein bisschen unterbelichtet.

Alles reiner Selbstschutz, weil man ja nicht möchte, dass ein dahergelaufener Fremder, dem man eigentlich nicht wieder begegnen möchte, Näheres über einen erfährt. Für mich ganz normal - aber hey, als ich geboren wurde, waren die 80er noch nicht ganz vorbei und vieles war einfach anders als heute, was grundsätzlich auch gut so ist, aber manchmal denkt man sich einfach nur "WTF?!!!"

Erst vorhin bin ich auf Youtube über ein Video gestolpert, in dem ein Mädchen seine Wimpernverlängerung (!!!) ausführlich dokumentierte. Ihr vorheriges Video zeigte einen "XXL-Haul" in der Drogerie, wieder andere zeigten sie beim Sport, beim Essen mit Freunden, bei ihrer Hochzeit... sie teilt einfach ihr komplettes Privatleben mit der ganzen Welt! Dabei tut sie gar nichts Außergewöhnliches, und war ursprünglich auch nicht berühmt, aber die Videos haben zigtausend Fans und mittlerweile verdient sie ihr Geld damit. Ein Webstar, wie man auf Neudeutsch sagt.

Natürlich ist das, was sie zeigt, stark gefiltert - auf eine Art und Weise, die ihr Leben als ziemlich perfekt darstellt, was es in Wahrheit bestimmt nicht ist, aber dafür sind schließlich Social Media da - Fake it till you make it!

Hab ich da in den letzten Jahren irgendwas verpasst? Ich habe noch gelernt, dass man einen guten Schulabschluss machen und möglichst studieren soll, um dann mit einer seriösen Beschäftigung seinen Lebensunterhalt zu verdienen und wie die meisten Menschen meiner Generation habe ich genau das getan - ganz schön blöd eigentlich!

Aber vor allem habe ich jede Menge Dinge getan und erlebt, von denen zum Glück keine Bilder und Videos existieren, weil ich schlichtweg nicht wollen würde, dass mich damit irgendjemand in Verbindung bringt.

So wurde die Idee geboren, einfach mal darüber bloggen, was man normalerweise niemandem erzählen würde, authentisch, schonungslos ehrlich und dabei völlig anonym.

Freut euch auf lustige, nachdenkliche und in jedem Fall ungewöhnliche Beiträge!

 

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